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Der \"Erfinder\" der Mengenlehre

Bonn und seine Straßen, Teil 2: Die Hausdorff-Straße<br>

So mancher erinnert sich vielleicht noch an die Mengenlehre, die zeitweise zum Mathe-Unterricht in der Grundschule gehörte. Felix Hausdorff (1868 bis 1942) hat das theoretische Fundament für diese Disziplin der Mathematik gelegt und damit den bleibenden Ruf der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Bonn mitbegründet. Die Hausdorffstraße parallel zum Bonner Talweg trägt seinen Namen.

Doch der gebürtige Breslauer, der sich zunächst mit Astronomie befasste, hatte noch eine zweite Identität: Als Dr. Paul Mongré begann er um 1890, literarische und philosophische Werke zu verfassen. Dabei lehnte er sich an die Ideen von Friedrich Nietzsche an. Nach dem Ersten Weltkrieg widmete sich Hausdorff aber nur noch der Mathematik und schuf mit den "Gründzügen der Mengenlehre" eines der wichtigsten Werke auf diesem Gebiet.

Sowohl aus außerordentlicher (1910 bis 1913) wie als ordentlicher Professor (ab 1921) machte sich der Sohn eines reichen Kaufmanns wenig aus dem Unileben. Tagungen mied er, weil seiner Meinung nach dort zu viel undurchdachte Vorträge gehalten würden. Privat war Hausdorff aber durchaus gesellig und ein guter Unterhalter.

Trotz seiner jüdischen Herkunft gelang es Felix Hausdorff mit Hilfe der Uni, auch nach 1933 weiter zu lehren. Ab 1935 konnte er seine Arbeiten aber nur noch im Ausland veröffentlichen. 1941 sollte Hausdorff mit allen Bonner Juden ins Sammellager nach Endenich gebracht werden, was die Uni verhindern konnte. Nachdem er die endgültige Aufforderung erhielt, sich im Februar 1942 in Endenich zu melden, begingen er, seine Frau und seine Schwägerin am 26. Januar Selbstmord.

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Professor Dr. Felix Hausdorff

Foto: Universitätsarchiv / Uni Bonn
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