Das Archiv der Universität Bonn und seine Bestände
Erste Schritte zur Einrichtung eines Archivs an er Universität Bonn wurden während des Zweiten Weltkriegs unternommen. Durch die Zerstörung des Hauptgebäudes im Bombenkrieg wurden diese Ansätze jedoch zunichte gemacht. Nach dem Ende des Krieges wurde die Aufgabe der Sichtung und Sicherung der alten Aktenbestände dem Historiker Walther Holtzmann übergeben. Nach dessen Weggang übernahm M
ax Braubach sein Amt als Archivar der Universität Bonn. Braubach ist es zu verdanken, daß in den Folgejahren der noch vorhandene Bestand an Akten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts für die historische Forschung gerettet werden konnte. Dabei stellte sich jedoch heraus, das viele Akten des 19. und fast alle Sachakten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vernichtet worden waren. Besonders gravierend sind die Lücken in der Überlieferung aus der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reiches. Weitgehend erhalten blieben dagegen die personenbezogenen Akten zu Studierenden und Professoren der Universität.
Das Archiv wurde nach längeren Vorarbeiten im Jahre 1961 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es konnte in die ehemaligen Räume der Universitätsbibliothek im Erdgeschoß des Hauptgebäudes einziehen, deren Magazine zur Weiternutzung durch die Archivare zur Verfügung standen.
Heute umfaßt das Universitätsarchiv einen Gesamtbestand im Umfang von ca. 4.000 Regalmetern. Dazu kommt eine Dienstbibliothek mit ca. 10.000 Bänden.
Die Tektonik des Bonner Universitätsarchivs
Unter Tektonik versteht man den Aufbau eines Archivs. Archive organisieren ihre Unterlagen so, daß sie den Stellen zugeordnet werden können, bei denen sie entstanden sind (den sogenannten Provenienzen). Die von derselben Provenienz stammenden Archivalien bilden zusammen einen Bestand (Beispiele: Universitätsrichter, Medizinische Fakultät, Institut für Geologie, Philosophisches Seminar). Alle Bestände eines Archivs werden einzelnen Gruppen zugeordnet. Diese Bestandsgruppen bilden die Tektonik des Archivs.
Im Archiv der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität gibt es folgende Bestandsgruppen
- Altarchiv (Rektorat und Kuratorium 1818-1945)
- Universitätsverwaltung und akad. Gerichtsbarkeit (ab 1945)
- Akad. Selbstverwaltung (Senat, Fakultäten, Institute)
- Studentische Selbstverwaltung (AStA, Fachschaften)
- Zentrale Einrichtungen (Studium Universale)
- Medizinische Einrichtungen (nur geringe Bestände)
- Nachlässe und Sammlungen
