Von Erdbeben, Tsunami, Atomunfall und Müsli
Am Dienstag, dem 12. April 2011 fand in der Uni ein Pressegespräch mit Prof. Dr. Reinhard Zöllner und Journalisten über die Katastrophe in Japan statt. Dabei berichtete er aus erster Hand, denn der Japanologe der Uni Bonn befand sich zum Zeitpunkt des Erdbebens in Tokio, von wo er erst kürzlich nach Bonn zurückgekehrt ist.
Während für uns Deutsche der Atomunfall von Fukushima im Vordergrund steht, waren die Japaner zuerst auf die Opfer des Erdbebens und Tsunamis fokussiert. Auch haben sie die Hilfe von Deutschland anders wahrgenommen. Natürlich hat haben sich die Japaner über die Spenden gefreut, Prof. Zöllner vernahm allerdings auch Kritik an der deutschen Regierung. Der Besuch von Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der als Solidaritätsbesuch gedacht war, wurde von den Japanern als Kritik an der Informationspolitik aufgefasst. Zudem würde die Bundesregierung denken , dass Japan mit dem Atomunfall nicht alleine fertig werde, heißt es in den japanischen Medien.
Prof. Zöllner beantwortete alle Fragen der Journalisten, für die besonders interessant war, ob die Bilder von den leeren Supermarktregalen wirklich Realität waren. Das sei aufgrund der Gefahr einer Trinkwasserverseuchung tatsächlich so gewesen, antwortete Prof. Zöllner.
Auch Müsli sei auf einmal ausverkauft gewesen, obwohl die Japaner das eigentlich eher selten kaufen. Der Grund dafür ist, dass es einfach immer in großen Mengen vorhanden war, weil es sonst kaum jemand wollte. Nach der Katastrophe herrschte ein Mangel an Lebensmitteln, so dass die Japaner es plötzlich haben wollten.
Abschließend kann gesagt werden, dass das Pressegespräch noch einmal viele neue Informationen hervorgebracht hat. Viele Dinge wurden klar, an die man sonst gar nicht gedacht hat, wie z.B. dass die vielen Nachbeben unheimlich an den Nerven zerren.
