SFB TR 15
| Transregionaler Sonderforschungsbereich 15: "Governance und die Effizienz ökonomischer Systeme" |
| Projektsprecher |
| Prof. Dr. Urs Schweizer Wirtschaftspolitische Abteilung Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Adenauerallee 24, 53113 Bonn Tel.: 0228/73 92 20 E-Mail: schweizer@uni-bonn.de |
| Allgemeine Zusammenfassung der Aufgaben und Ziele |
| Ökonomie bedeutet nicht einfach Geld anhäufen. Ökonomie als Wissenschaft bedeutet, genau zu untersuchen, wie Menschen und Menschengruppen beim oder fürs Geldverdienen miteinander umgehen. Um das richtig zu analysieren, sind manchmal sehr subtile Unterscheidungen nötig. Zum Beispiel der zwischen Regierung und Regierung. Die englische Sprache hat dafür zwei Wörter. Government bedeutet die konkret fassbare Regierung oder Führungsschicht aus konkret fassbaren Menschen. Das abstrakte System hingegen heißt governance (ungefähr übersetzbar als Herrschaftsgewalt). Dieses Wort gebraucht auch die Wirtschaftswissenschaft, um alle Strukturen in Unternehmen, Organisationen und Märkten zu bezeichnen, die das Verhalten der Wirtschaftssubjekte steuern - also der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der Produzenten und Konsumenten. Diese Strukturen sind keine Personen wie Aufsichtsräte, Großaktionäre oder Vorstandssprecher, sondern schwer zu fassende, gleichwohl sehr wichtige Größen. Erstens in der Firma. Da entscheiden nicht nur die Befehle des Chefs über Erfolg und Misserfolg. Da zählt auch: Wie laufen innerhalb des Unternehmens die Entscheidungsprozesse ab? Welche Leistungsanreize gibt es für Manager und Mitarbeiter? Wie gut arbeiten die einzelnen Abteilungen zusammen? Zweitens auf den Märkten: Gibt es einen echten Wettbewerb, oder hat sich jedes Unternehmen in seiner Nische gut eingerichtet? Wie stark mischt sich der Staat ins Wirtschaftsgeschehen ein? Der Sonderforschungsbereich untersucht diese Strukturen vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sie sich in den 90er Jahren in den Volkswirtschaften der Industrieländer stark verändert haben. Dazu hat vor allem die computertechnische Revolution beigetragen. PCs und neue elektronische Kommunikationsmittel brachen sich Bahn: Auch kleine Firmen verwalten ihre Lagerbestände heute nicht mehr mit der Lochkarte, sondern mit dem PC. Kunden schicken Bestellungen und Beschwerden nicht mehr nur per Post, sondern auch per E-Mail. Konferenzen finden vor dem Monitor statt, und neue Entwicklungen werden durch das Internet binnen kürzester Zeit weltweit bekannt. Auch indirekt haben die technischen Veränderungen das Wirtschaftsleben beeinflusst. Hierarchie- und Befehlsstrukturen in den Unternehmen haben sich unter dem Druck von Moderne und Schnelligkeit verändert. Arbeitskräfte sind (ob freiwillig, ob gezwungenermaßen) mobiler geworden, innerhalb der einzelnen Unternehmen, aber auch beim Wechsel zwischen ihnen. Die Bedeutung der körperlichen Arbeit ist im Vergleich zur Bedeutung geistiger Arbeit zurückgegangen. Dass elektronisch jederzeit Dutzende von Gesprächspartnern erreichbar sind, hat die Bedeutung des persönlichen Gespräches erhöht. Das Motto Erst bestellt, dann produziert löst das gewohnte Erst produziert, dann auf Lager, dann verkauft zunehmend ab. Solche und zahlreiche anderen Beobachtungen und Mechanismen wollen die Bonner Experten in Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen an den übrigen Standorten des Sonderforschungsbereichs in Berlin, Mannheim und München zueinander in Beziehung setzen und untersuchen, wie sich die Ausgestaltung solcher Governance-Strukturen auf die Effizienz des Wirtschaftssystems im Ganzen auswirken. Eine erste beunruhigende Beobachtung: Zwar wird jedes Einzelunternehmen eine Governance-Struktur finden wollen, die seine Effektivität als Einzelunternehmen stärkt. Wenn solche Anstrengungen verschiedener Marktteilnehmer aber zusammenwirken, kann die Gesamtwirtschaft unter Umständen darunter leiden. |
| Beteiligte Projekte |
An dem SFB Transregio sind Projekte der wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiche in Berlin, Bonn, Mannheim und München beteiligt. In Bonn gibt es 6 Teilprojekte, an den übrigen Standorten je 4. Die Themen der Bonner Projekte lauten:
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| Externe Kooperationspartner |
| Die wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiche in Berlin, Bonn, Mannheim und München beteiligt. |
| Laufzeit |
| seit 2004 |
| Anzahl der Mitarbeiter |
| Wissenschaftliche: 7 aus Ergänzungsausstattung, 9 aus Grundausstattung plus 8 Teilprojektleiter |
| Homepage |
| Lehrangebote |
| Sommerschule für Doktoranten und Habilitanten im Zweijahresrhythmus |
