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Evangelische Theologie und Hermeneutik (B. A.)/Evangelische Religionslehre (Lehramt)

Informationen der Zentralen Studienberatung

Theologie ist die Lehre von den Glaubensvorstellungen einer be­stimmten Religion oder Konfession. Wissenschaftliche Theologie als universitäre Disziplin versteht und beschreibt im Dialog mit anderen Wissenschaften und unter Aufnahme von deren Methoden die Bedeutung der Glaubensvorstellungen als Teil der Kultur einer Gesellschaft (Theologie als Kulturwissenschaft), als Möglichkeit des Selbst- und Weltverständnisses (Theologie als Hermeneutik) und als Kriterien für die Praxis einer Glaubensgemeinschaft (Theologie als Praxisreflexion). Während die Reli­gionswissenschaft alle Religionen als prinzipiell gleichwertige Artiku­lationen menschlicher Religiosität voraussetzt und aus einer Außenperspektive vergleichend beschreiben will, ist die Theologie besonders an der Frage nach der Wahrheit in der eigenen Tradition und den Kriterien für die angemessene Aufnahme dieser Wahrheit in der Gegenwart interessiert.

Im Studium der Evangelischen Theologie erwerben die Studierenden grundlegende wissenschaftliche und berufsfeldbezogene Kenntnisse über das Christentum als Möglichkeit menschlicher Sinndeutung, Lebensführung und Wertefindung sowie als prägender Faktor abendländischer Kultur und Gesellschaft und über die Bedingungs- und Wirkungszusammenhänge leitenden Handelns in kirchlichen und gesellschaftlichen Institutionen.

In den fünf theologischen Disziplinen Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie und Praktische Theologie werden grundlegende Kenntnisse der historischen Ursprünge, systematischen Zusammenhänge und gegenwärtigen Gestalten des Christentums vermittelt. Ausgerichtet auf die Reflexion deutenden und leitenden Handelns im Kontext des Christentums, insbesondere in seiner reformatorischen Gestalt, lernen die Studierenden an exemplarisch ausgewählten Inhalten christlicher Weltdeutung und Praxis ein breites Spektrum an historischen, philologischen, philosophischen, kommunikations-, sozial- und humanwissenschaftlichen Methoden kennen und anzuwenden.

Hauptbereiche von Lehre und Forschung an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Bonn sind Alt- und Neutesta­mentliche Wissenschaft, Kirchen- und Theolo­giegeschichte, Syste­matische Theologie (Dogmatik und Ethik), Ökumenische Theolo­gie, Sozialethik, Praktische Theologie und Religionspädagogik. Selbständige Institute bestehen für Hermeneutik und Ökumene (mit Verbindungen zu anderen Konfes­sionen und evan­gelischen Kirchen in Europa und Übersee).

An dem europäischen Forschungsprojekt "The Impact and the Interpretation of the Bible in Europe" sowie an der Bonner Forschungsgruppe "Religiöse Interaktion" zu historischen und alltäglichen Interaktionen zwischen Christentum, Judentum und Islam sind Mitglieder der Fakultät beteiligt. Dies gilt auch für das "Zentrum für Religion und Gesellschaft" (ZERG), das sich die Aufgabe gestellt hat, die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den Religionen untereinander und zwischen den Religionen und ihren jeweiligen (inner- und außereuropäischen) Bezugsgesellschaften zu erforschen. Die Fakultät bietet in Kooperation mit dem Zentrum den englischsprachigen Master-Studiengang Ecumenical Studies (MESt) an. Das Institut für berufsorientierte Religionspädagogik hat sich zum Ziel gesetzt, dem Religionsunterricht an Berufsschulen zu einem fachdidaktischen Profil verhelfen und seine Weiterentwicklung zu betreiben.

Der Universitätsprediger, ein Mitglied der Fakultät, ist für die Universitätsgottesdienste in der Schloßkirche verantwortlich, die - als ehemalige Schloßkapelle des Erzbischofs und Kurfürsten - seit der Gründung der Universität Bonn evangelischen Gottesdiensten, Kirchenmusik und Predigtausbildung Raum bietet.

 

Details zu den Arbeitsschwerpunkten finden sich auf den Seiten der Fakultät.