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Meteorologie
Informationen der Zentralen Studienberatung
Das Interesse des Menschen, das Wettergeschehen genau zu beobachten, zu erklären und aus Beobachtungsergebnissen Vorhersagen abzuleiten, geht bis in die Vorzeit zurück; der Beginn der gezielten landwirtschaftlichen Nutzung des Bodens war zugleich der Beginn einer größeren Abhängigkeit von Witterungseinflüssen und klimatischen Rhythmen. Jedoch blieb die Wetterbeobachtung über Jahrtausende ein reines Sammeln von Beobachtungen und ein lediglich intuitives Verstehen von Zusammenhängen.
Die Meteorologie blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine eher beobachtende und beschreibende Disziplin, die noch keine Erklärungen für die Wetterentwicklung bereitstellen konnte. Man glaubte bis zu dieser Zeit noch, dass sich die Vorgänge in der Atmosphäre mit ihrer Fülle von Einflußgrößen und Freiheitsgraden jeder Berechnungsmöglichkeit entzögen.
Dies änderte sich nach und nach durch die Entdeckung der Grundgesetze der Gase, der Gesetze der Thermodynamik und der Strömungsmechanik; auch die Strahlungsübertragung in der Atmosphäre und deren Folgen wurden immer besser verstanden. Daher konnte in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts ein geschlossenes physikalisches Bild der Wetterentwicklung und der klimatischen Bedingungen erarbeitet werden. Die Meteorologie wurde damit endgültig zu einer exakten Naturwissenschaft, die von den Methoden und Ergebnissen der klassischen Physik geprägt ist.
Erst die Entwicklung leistungsfähiger Rechner machte die Wettervorhersage in der heutigen Form möglich; durch die Behandlung komplexer mathematischer Gleichungen, die die Strömungsverhältnisse in der Atmosphäre und ihre Wechselwirkung mit der Land- und Wasseroberfläche modellhaft beschreiben, wird unter Verwendung der aktuell gemessenen Wetterdaten die zeitliche Entwicklung des Wettergeschehens und der klimatischen Verhältnisse in der Zukunft berechnet. Damit wird auch die Mathematik ein wichtiges methodisches Element in der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Meteorologie.
Eine Herausforderung an die Wissenschaft bleibt die prinzipielle Problematik, dass bei Vorgängen, die mit hohen Strömungsgeschwindigkeiten verbunden sind, kleine Ursachen große Wirkungen haben können. Auch in Zukunft wird die Vorhersage von Wetterverhalten und Klimaentwicklung mit Unsicherheiten behaftet sein.