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Romanistik B.A./Lehramt GymGe

Informationen der Zentralen Studienberatung

 

Das Institut für Griechische und Lateinische Philologie, Romanistik und Altamerikanistik (Institut VII)

Im Rahmen der Umstrukturierung der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn wurden das Romanische Seminar, das Institut für Altamerikanistik und Ethnologie sowie das Philologische Seminar zum Institut für Griechische und Lateinische Philologie, Romanistik und Altamerikanistikzusammengeschlossen. Romanistik und Altamerikanistik bilden eine Lehreinheit, in der im Bachelor-Studiengang das Kernfach Romanistik (mit zwei romanischen Sprachen bzw. Philologien), das Kernfach Latein- und Altamerikastudien (Hispanistik in Verbindung mit Altamerikanistik und Ethnologie) oder das Begleitfach Romanistik (ein sprachlicher Schwerpunkt) studiert werden kann. Auf diese Bachelor-Studiengänge folgen die konsekutiven Master-Studiengänge Romanistik (zwei romanische Philologien oder Hispanistik in Verbindung mit Altamerikanistik und Ethnologie) sowie Altamerikanistik und Ethnologie. Daneben bietet das Institut das Begleitfach Griechische und Lateinische Literatur der Antike und ihr Fortleben an, das im Rahmen jedes Bachelor-Studiengangs gewählt werden kann (vgl. gesonderte Kurzinformation). Zum Angebot des Instituts gehören darüber hinaus die internationalen Bachelor-Studiengänge Deutsch-Französische und Deutsch-Italienische Studien, die durch ihre Zweifachstruktur eine Sonderstellung in der Philosophischen Fakultät einnehmen und mit dem Institut Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft durchgeführt werden (vgl. gesonderte Kurzinformation). Auf sie folgen ebenfalls konsekutive Master-Studiengänge.

 

Definition und Geschichte der Romanistik

Als wissenschaftliche Disziplin entstand die Romanistik - wie andere Neuphilologien - zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in der Romantik, als man begann, sich im Sinne einer neuen Identitätsfindung auf die nationale und europäische Vergangenheit zurückzubesinnen. Die Besonderheit der Romanistik als deutscher 'Erfindung' bestand von vornherein darin, nicht auf eine Nationalliteratur beschränkt, sondern europäisch-international ausgerichtet gewesen zu sein.

Die ersten Romanisten verstanden sich sowohl als Sprach- als auch als Literaturwissenschaftler und beschäftigten sich mit der Gesamtheit der romanischen Sprachen. Die Entwicklung zu einer eigenständigen Disziplin ist in besonderer Weise an die Universität Bonn gebunden, die als Wiege der deutschen und der internationalen Romanistik gelten darf.

Friedrich Diez (1794-1876), der Begründer der Romanistik, bewies, dass alle romanischen Sprachen auf das sogenannte Vulgärlatein zurückgehen und legte mit seinen etymologischen Untersuchungen den Grundstein für vielfältige sprachwissenschaftlichen Forschungen der Folgezeit.

Die Kodifizierung der Romanistik erfolgte im Laufe des 19. Jahrhunderts ausgehend von der Tradition des Terminus 'Philologie', wie er sich im Bereich der Latinistik und Gräzistik bereits etabliert hatte. Nach Gustav Körtings Definition beschäftigt sich die romanische Philologie mit dem "Leben der romanischen Völkergruppe ..., soweit dasselbe in der Sprache und Litteratur seinen Ausdruck fand, bzw. noch findet... Die romanische Philologie ist eine Collectivphilologie...; sie gliedert sich in soviele Einzelphilologien als es romanische Einzelsprachen und Litteraturen giebt".

1888ff. erschien der von Gustav Gröber herausgegebene Grundriß der romanischen Philologie, in dem der zeitgenössische Forschungsstand bereits von Spezialisten der jeweiligen sprach- bzw. literaturwissenschaft­lichen Einzelbereiche dargestellt wird. Seither hat sich einerseits die Entwicklung zu immer eingeschränkteren Spezialisierungen fortgesetzt, andererseits hält gerade die Bonner Fachtradition bis heute an einer komparatistisch ausgerichteten Romanistik fest.

Einer der bedeutendsten Bonner Romanisten ist Ernst Robert Curtius (1886-1956), der die Geschicke der Romanischen Philologie im 20. Jahrhundert weit über Bonn hinaus entscheidend mitgeprägt hat. In seinem mehrfach übersetzten Hauptwerk Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter (1. Aufl. 1948; 11. Aufl. 1993) spricht er sich entschieden gegen die Aufsplitterung nicht nur der romanischen, sondern der europäischen Philologien insgesamt aus, und erhebt an den modernen Literaturwissenschaftler einen universalistischen Anspruch.

Das von Curtius noch weitgehend allein vertretene Fach wurde in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts auch in Bonn systematisch ausgebaut. Im letzten Drittel des Jahrhunderts wurden neue Schwerpunkte in Intermedialität und Interdisziplinarität erschlossen und die Internationalisierung der Bonner Romanistischen Studiengänge eingeleitet. 
 

Die Bonner Romanistik der Zukunft - zwischen Tradition und Innovation

Auch in Zukunft wird die Bonner Romanistik ihr breites Spektrum an Einzelphilologien bewahren und Studiengänge zur Französischen, Italianischen, Spanischen und Portugiesischen Philologie (nur Nebenfach) anbieten. Das Curriculum des Bachelor-Studiengangs Romanistik (Kernfach) garantiert eine umfassende und profunde philologische Ausbildung, die das Studium einer romanischen Sprache in den Bereichen Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaft sowie eine einführende sprachpraktische und philologische Ausbildung in einer weiteren romanischen Sprache umfasst. Diese solide fachwissenschaftliche Basis ermöglicht den Studierenden bereits im Bachelor-Studiengang eine individuelle Schwerpunktsetzung und Spezialisierung.

Zugleich bietet das Curriculum der Masterstudiengänge den Studierenden große Flexibilität bei der Wahl ihrer individuellen Schwerpunkte: hier soll die Freiheit gegeben werden, aktuellste Tendenzen der Wissenschaft zu verfolgen, innovative Methoden zu entwickeln und neue Ansätze zu erproben.

Als Hort philologischer Tradition einerseits und Zentrum wissenschaftlicher Innovation andererseits weist die Romanistik in Bonn ein deutschlandweit einmaliges Profil auf, das in seiner doppelten Ausrichtung "Diversifizierung vs. Interdisziplinarität" den Anforderungen moderner Forschung in besonderer Weise gerecht wird.