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Volkswirtschaftslehre
Informationen der Zentralen Studienberatung
Aufgabe der Wirtschaftswissenschaften ist die Erforschung wirtschaftlicher Erscheinungen und ihrer Zusammenhänge in Vergangenheit und Gegenwart und die Analyse der Ziele und Mittel zur Gestaltung wirtschaftlicher Prozesse und Strukturen.
Die Wirtschaftswissenschaften gliedern sich in Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Die Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich mit gesamtwirtschaftlichen Aspekten, d. h. sie erforscht die Wechselwirkungen aller am Wirtschaftsleben Beteiligten: Staat, Unternehmen, private Haushalte, Verbraucher. Die Betriebswirtschaftslehre berücksichtigt demgegenüber mehr einzelwirtschaftliche Gesichtspunkte und untersucht die Wirkungszusammenhänge innerhalb einzelner Betriebe und Haushalte.
Schwerpunkte an der Universität Bonn
Seit ihrer Gründung im Jahr 1818 ist das Fach Volkswirtschaftslehre bzw. sind seine damals üblichen Vorläuferdisziplinen an der Universität Bonn vertreten. Heute ist Bonn als Zentrum der Quantitativen Ökonomie bekannt. Die Entwicklung wurde geprägt durch bisher zwei Sonderforschungsbereiche (1970-1984: Ökonomische Prognose-, Entscheidungs- und Gleichgewichtsmodelle, Sprecher: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. W. Krelle; 1985-1999: Information und die Koordination wirtschaftlicher Aktivitäten, Sprecher: Prof. Dr. Dr. h. c. W. Hildenbrand). Mit Prof. Dr. Dr. h. c. mult. R. Selten wurde im Jahr 1994 ein Fakultätsmitglied mit dem Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.
Bereits 1984 wurde von Nobelpreisträger Reinhard Selten das Bonner Laboratorium für experimentelle Wirtschaftsforschung gegründet, das damit die älteste Einrichtung ihrer Art in Europa ist. Das Laboratorium war in der Vergangenheit und ist auch heute die Wirkungsstätte einer großen Zahl von Wissenschaftlern, die sich für experimentelle Wirtschaftsforschung und Theorien eingeschränkter Rationalität interessieren.
Aus der Abteilung Operations Research ging im Jahr 1989 das Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik hervor, welches nun im vielbeachteten Arithmeum beheimatet ist.
Auch auf dem Gebiet der Graduiertenausbildung spielt der Fachbereich eine Vorreiterrolle. So ist er ein Gründungsmitglied des European Doctoral Program in Quantitative Economics, welches im Jahr 1977 gegründet wurde und an dem renommierte Hochschulen in Barcelona, London, Louvain-la-Neuve, Paris und Tel Aviv beteiligt sind. Die Graduiertenausbildung wurde bzw. wird durch zwei Graduiertenkollegs (1991-2000: Interaktive ökonomische Entscheidungen, Sprecher: Prof. Dr. U. Schweizer; seit 2000: Quantitative Ökonomie, Sprecher: Prof. Dr. J. von Hagen) gefördert. Im Jahre 1998 konnte dank finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Post AG die Bonn Graduate School of Economics gegründet werden, welche die Dachorganisation für die Graduiertenausbildung bildet und seit November 2006 durch die Deutsche Exzellenzinitiative gefördert wird. Mit Prof. Dr. A. Falk hat der Fachbereich einen von nur 300 Wissenschaftlern in Europa an Bord, die im Rahmen der Europäischen Exzellenzinitiative mit einem Millionenzuschuss ihre Forschung intensivieren können.
Interdisziplinarität wird ebenfalls am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften groß geschrieben. Das Exzellenzcluster Mathematik (Haussdorff Zentrum für Mathematik) wird von den vier mathematischen Instituten an der Universität, vom Max-Planck-Institut für Mathematik und vom Institut für Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften getragen und ist mit den Schwerpunkten Stochastik der Finanzmärkte und Spieltheorie vertreten. Es ist das einzige Cluster, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert, an dem Ökonomen beteiligt sind.
Der wirtschaftswissenschaftliche Fachbereich kooperiert zudem im Bereich der Forschung mit dem Institut für die Zukunft der Arbeit (IZA), dem Max-Planck-Institut (MPI) zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern und dem Zentrum für Euorpäische Integrationsforschung (ZEI).
Der Bachelorstudiengang Volkswirtschaftslehre führt zu einem ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss. Vermittelt werden fundierte Kenntnisse und Fähigkeiten, die die Studierenden zu einer selbstständigen und verantwortlichen Tätigkeit in Wirtschaft und Verwaltung befähigen. Der Studiengang setzt die Studierenden in die Lage, wirtschaftliche Zusammenhänge in ihrer Breite zu erkennen, Lösungen zu erarbeiten und deren Konsequenzen einer kritischen Beurteilung zu unterziehen. Darüber hinaus vermittelt er die fachlichen und methodischen Grundlagen für die Teilnahme an weiterführenden wirtschaftswissenschaftlichen Masterstudiengängen.
Zur Erreichung dieses Zieles ist es unerlässlich, die methodischen und theoretischen Grundlagen der Volkswirtschaftslehre auf hohem wissenschaftlichem Anspruchsniveau zu vermitteln. Die beispielhafte Anwendung dieser Grundlagenkenntnisse erfolgt auf ein breites Spektrum unterschiedlicher wirtschaftlicher Fragestellungen auch aus dem Bereich der Betriebswirtschaftslehre.
Das Curriculum des Bonner Studiengangs reflektiert diese Zielsetzung. Die Lehrinhalte werden in Form von Modulen vermittelt, d.h. in inhaltlich und zeitlich zusammenhängenden Bausteinen des Studiums.