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Das Bachelor-Master-System

bachelor-masterDas Ziel des 1999 begonnenen Bologna-Prozesses war die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums, in dem Studienstruktur und Abschlüsse leicht verständlich und vergleichbar sind. Dies hat zur Einführung des Bachelor-Master-Systems geführt, das den Studierenden erlaubt, die Universität nach sechs Semestern mit einem berufsqualifizierenden Abschluss zu verlassen oder eine Vertiefungsphase anzuschließen, die auch andere wissenschaftliche oder berufliche Akzente setzen kann. Im Rahmen der Vorgaben der Kultusminister-Konferenz (KMK) sind die Hochschulen bei Gestaltung und Fächerkombinationen relativ frei.

Wesentliche Kennzeichen der Bachelor- und Masterstudiengänge sind neben der gestuften Struktur die Modularisierung der Studieninhalte und ein studienbegleitendes Prüfungssystem. Dies bedeutet, dass das Lehrprogramm der Bachelorstudiengänge vollständig in Module gegliedert ist, die jeweils inhaltlich und/oder methodisch zusammengehörige Lehrangebote umfassen und sich über den Zeitraum von ein oder zwei Semestern erstrecken. Die Bewertung der studienbegleitenden Modulprüfungen erfolgt nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS), das die Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen im In- und Ausland erleichtern soll, und enthält einen quantitativen und einen qualitativen Anteil:

  • Für den Erwerb von Leistungspunkten geht man von einem bestimmten Arbeitsaufwand aus, der in Form von Lehrveranstaltungen, Tutorien, Vor- und Nachberatungszeit, Praktika und Prüfungen erbracht werden muss. Ein Leistungspunkt („credit“) entspricht ca. 30 Stunden Arbeitszeit.
  • Die qualitative Bewertung findet sich in der Benotung wieder.

In den Modulprüfungen wird der behandelte Stoff zum Abschluss der Lehrveranstaltungen geprüft und die Ergebnisse gehen anteilig gewichtet in die Abschlussnote ein. Die Studierenden befinden sich somit vom ersten Semester an in einer Prüfungssituation, die auch gewisse rechtliche Konsequenzen hat. So ist z.B. die Wiederholbarkeit der Prüfungen eingeschränkt. Dies ermöglicht andererseits aber auch eine kontinuierliche Leistungskontrolle und ersetzt eine einmalige Blockprüfung am Ende des Studiums.
In einem sechs Semester umfassenden Bachelorstudiengang müssen mindestens 180, in den von der Universität Bonn angebotenen anschließenden Masterstudiengängen mindestens 120 Leistungspunkte erworben werden. Im Detail sind die Modalitäten (Anmeldung, Anrechnung, Wiederholungsmöglichkeit) in den Prüfungsordnungen der Fächer festgelegt.
Das Abschlusszeugnis enthält neben den erworbenen Leistungspunkten und Modulnoten ein Diploma Supplement, eine europaweit standardisierte Urkunde, in der der Hochschulabschluss beschrieben und die damit verbundene berufliche Qualifikation erläutert wird. Sie wird in englischer Sprache ausgestellt und ist universitätsweit einheitlich gestaltet.

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