Landwirtschaftliche Fakultät
10.15 Uhr, Hörsaal IV
Dr. Boran Altincicek
(Landwirtschaftliche Zoologie und Ökologie,
Antrittsvorlesung)
Molekulare Basis der Insekt-Pathogen-Interaktionen bei
Schadinsekten
Blattläuse sind Pflanzenschädlinge von wichtigster
agrarökonomischer Bedeutung, da sie zum Einen Nutzpflanzen wichtige Nährstoffe
entziehen und zum Anderen gefährliche Pflanzenkrankheiten übertragen können.
Der geschätzte wirtschaftliche Schaden durch Blattläuse beläuft sich auf
Hunderte Millionen von Dollar jedes Jahr. In einem internationalen
Forscherteam, das die komplette Genomsequenz der Erbsenblattlaus Acyrthosiphon
pisum beschrieben und vor kurzem publiziert hat, untersuchen wir vor allem
Gene, die für Immun- und Stressantworten wichtig sind. Ein genaueres
Verständnis der Blattlausimmunität wird sicher helfen, Biologie und Ökologie
der Blattläuse besser zu verstehen und neue Ansatzpunkte zur biologischen
Bekämpfung zu erschließen.
11.15 Uhr, Hörsaal XVII, Regina-Pacis-Weg 5
Prof. Dr.
Heiko Schoof (Crop Bioinformatics)
Das Genom der Tomate
Ein internationales Forscherteam hat das Genom der
Tomate sequenziert. Damit sind die etwa 35000 Gene bekannt. Mit
bioinformatischen Methoden haben wir die Funktion dieser Gene analysiert. Aus
dem Vergleich mit anderen Pflanzengenomen kann man erkennen, wie im Laufe der
Evolution durch Verdoppelung von Genen neue Varianten entstanden sind. Im Fall
der Tomate findet man darunter Gene welche für die interessanten Besonderheiten
der Tomate, insbesondere die Frucht, von Bedeutung sind.
12.15 Uhr, Hörsaal IV
Dr. Maurício Hunsche (Gartenbauwissenschaft)
Heißwasserbehandlung von Obst:
ein wirkungsvolles Nachernteverfahren zur Verbesserung
der Produktqualität? Die Behandlung von Obst mit heißem Wasser ist ein seit
längerem bekanntes physikalisches Verfahren, um die Aufrechterhaltung der Produktqualität
nach der Ernte positiv zu beeinflussen. In erster Linie führt eine erfolgreiche
Heißwasserbehandlung zur Minderung des mikrobiellen Infektionspotentials auf
der Fruchtoberfläche und somit auch zur Reduzierung der Ausfälle durch
spezifische Pilzkrankheiten. In den letzten Jahren wurde zudem die
Heißwasserbehandlung gezielt eingesetzt, um den Stoffwechsel bzw.
den Reife- und Alterungsprozess durch Minderung der
Aktivitätsrate von hydrolytischen Enzymen, der Fruchtrespiration und
Ethylenproduktion zu verlangsamen. Zudem wurde festgestellt, dass die Heißwasserbehandlung in vielen Fällen die
häufig im Verlauf der Lagerung auftretenden, Kältestress-bedingten
physiologischen Krankheiten signifikant reduzieren kann. Dabei ist die
sortenspezifische Kombination von Wassertemperatur und Behandlungsdauer sowie
der Einfluss von Vorerntefaktoren zu beachten. Das praxisbezogene Ergebnis
einer erfolgreichen Heißwasserbehandlung ist die Vermarktung einer größeren
Fruchtmenge mit höherer Qualität nach der Lagerung. Im Rahmen der Veranstaltung
werden Bedeutung und Perspektiven der Heißwasserbehandlung in Bezug auf
die Pflanzenphysiologischen Aspekte
unter Berücksichtigung der Anwendungsmöglichkeiten sowie der Vorteile und Risiken
diskutiert.
14.15 Uhr, Hörsaal IV
Priv.-Doz. Dr. Sabine Ellinger
(Ernährungsphysiologie/Humanernährung,
Antrittsvorlesung)
Schokolade – ein ernährungsphysiologisch sinnvoller
Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung?
Schokolade galt lange Zeit als Dickmacher und war mit
einem negativen Image behaftet. Inzwischen gibt es vermehrt Hinweise, dass der
Konsum von dunkler Schokolade mit einem hohen Gehalt an Flavanolen vor
Herzkreislauferkrankungen schützen könnte. Der Vortrag zeigt – unter
Berücksichtigung eigener Studien - die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus
Interventionstudien auf, in denen die Wirkung von flavanolreichen
Kakaoprodukten auf Blutdruck u. a. Risikofaktoren untersucht wurde. Eine
kritische
Betrachtung von Nutzen und Risiken soll die Frage
beantworten, ob der Verzehr von dunkler Schokolade einen Beitrag zur Prävention
von Herzkreislauferkrankungen leisten kann.
17.15, Hörsaal III
Nina Langen (Agrar- und Ernährungswirtschaft)
Wieso, weshalb, warum
- Wenn Lebensmittel nicht gegessen werden
–
Ergebnisse einer Studie für Nordrhein-Westfalen
Der Vortrag bietet einen differenzierten Einblick in
die aktuelle Debatte um die Verschwendung von Nahrungsmitteln. Dabei werden die
Zusammenhänge zwischen dem Wegwerfen durch den einen Akteur und die Ursachen
auf möglicherweise einer anderen Stufe der Wertschöpfungskette erläutert. Denn
nicht immer fallen die Abfälle dort an wo sie verursacht werden. Besonderes
Augenmerk wird auf die Rolle des
Verbrauchers gelegt, der scheinbar der
„Hauptverursacher“ von Nahrungsmittelverschwendung ist. Dafür werden die
Ergebnisse einer aktuellen Konsumentenstudie der Verbraucherzentrale NRW
präsentiert. Diese bietet neue Einblicke in die derzeitige Diskussion und zeigt
auf, warum die Suche nach der einen Ursache und dem einen Schuldigen das
Problem nicht lösen wird.
17.15, Hörsaal VII
Dr. agr. habil. Nazim Gruda (Gartenbauwissenschaften)
Innovative Technologien und Zukunftsperspektiven für
den Gemüsebau
Es ist nicht einfach über die Zukunft zu reden, wenn
man die Vergangenheit nicht erforscht hat. Die Vergangenheit des Gemüsebaus,
vor allem in den letzten Jahren, wurde sehr stark von einigen Phänomenen
geprägt. Weltweit ist die Nachfrage an dem Produkt Gemüse, aufgrund von Bevölkerungswachstum, veränderten
Konsumgewohnheiten und der Bioenergiepolitik stark angestiegen. Anderseits
beinhaltet die Wertschöpfungskette der gärtnerischen Produkte einige aktive
Schlüsselkomponenten. In allen Gliedern dieser Kette, von der Produktion über
die Verarbeitung und Vermarktung bis hin zum Konsum, sind innovative Ansätze vorstellbar.
Um die Nachhaltigkeit solcher Systeme sichern zu können, sind zukünftig nicht
nur die singulären Maßnahmen gefragt. Innovative
Technologien sollen weiterhin auf die komplexen
Fragestellungen der gesamten Wertschöpfungskette ausgeweitet werden. Anhand
einiger Beispiele solcher Technologien werden die Herausforderungen der Zukunft
für den Gemüsebau erläutert: z.B. die Automatisierung und Mechanisierung
der Produktionsprozesse, Klimawandel und
Energiekrise, sowie die Anforderungen des Verbrauchers.
