14.15 Uhr, Hörsaal VII
Prof. Dr. Caja Thimm (Medienwissenschaft)
WikiLeaks und die Folgen
- justiziabler Rechtsbruch oder neue Chance für politische Transparenz?
Wie nur wenige Ereignisse in den
letzten Jahren hat die Veröffentlichung geheimer US-Depeschen durch WikiLeaks
die Frage nach Transparenz in der politischen Kommunikation aufgeworfen. Die
Einen sehen in den WikiLeaks Veröffentlichungen eine Gefahr für den Weltfrieden
und verfolgen den Gründer Assange als Staatsfeind und als einen mit digitalen
Zündsätzen bewaffneten Cyber-Anarchisten. Die Anderen verteidigen die
unbedingte Transparenz als die Erfüllung lang geforderter Ermächtigung des
Einzelnen im Sinne von bürgerschaftlicher Einbeziehung in den politischen
Diskurs. In dem Vortrag werden diese Aspekte erläutert und gewichtet.
15.15 Uhr, Hörsaal IX
Prof. Dr. Michael Schulz
(Philosophie und Theorie der Religionen)
Der „erste Schrei nach Gerechtigkeit in
Amerika“
Zur „Skandalpredigt“ gegen die Versklavung
der Indigenas vor 500 Jahren von Antonio
de Montesinos
In seiner Adventspredigt am 21.12.1511 in
Santo Domingo versetzte der Dominikaner Antonio de Montesinos (+1540) seine Zuhörer,
spanische Eroberer und Siedler, in großes Erschrecken und Entsetzen: Er
verurteilte ihre Grausamkeiten gegenüber den Indios als Ungerechtigkeit und
Todsünde. Heftige Gegenreaktionen der Siedler und der spanischen Krone gegen
diese „neue Lehre“ ließen nicht lange auf sich warten. Trotzdem war ein Stein
ins Rollen gekommen. Die Vorlesung stellt die evolutionäre Predigt von Antonio
de Montesinos vor und erläutert ihre historische und aktuelle Bedeutung.
10.15 Uhr, Hörsaal IX
Prof. Dr. Rolf
Lessenich
(Englische Literatur-
und Kulturwissenschaft)
Der Nobelpreisträger
von 2010 Mario Vargas Llosa und die Postmoderne
Anhand des vorletzten
Romans des peruanischen Schriftstellers, Travesuras de la nina mala - Das böse
Mädchen (2006), soll gezeigt werden, wie Llosa Lyotards Konzept der Postmoderne
in hochkomplexe Funktion umsetzt. Zugleich soll mit Methoden und
Fragestellungen der modernen Gender Studies der Frage nach der innovativen
Darstellung verdorbener oder gar krimineller Mädchen („bad girls“) in der
neueren Literatur nachgegangen werden.
10.15 Uhr, Hörsaal II
Prof. Dr. Maximilian
Lanzinner (Frühe Neuzeit)
Der deutsche
Reichstag der frühen Neuzeit – aktuelle Forschungsperspektiven
Die Synthese der
neueren Forschung, die hier gegeben wird, orientiert sich an Fragen zu Politik
und Repräsentation. Zur Politik lauten sie: Wie verhandelte und entschied der
Reichstag? Was hat er entschieden? Zur Repräsentation: Wie wurde das Reich beim
Reichstag symbolisch abgebildet und
hergestellt? Was
repräsentierte der Reichstag im Denkrahmen der Zeitgenossen?
10.15 Uhr, Hörsaal IV
Prof. Dr. Volker
Ladenthin (Erziehungswissenschaften)
Wie gehen Eltern
sinnvoll mit dem Fernsehen um?
Erträge der Forschung
und pädagogische Tipps
Statt Teddy und
Käthe-Kruse-Puppe warten heute PC, iPod und MP3-Player oder Fernseher im
Kinderzimmer. Ist das noch normal? Oder ist es die neue Form, an der wir uns ausrichten
müssen, wenn wir unsere Kinder fit für die Zukunft machen wollen? Wieviel
Fernsehen brauchen Kinder,
welches Fernsehen und
wie und vor allem wann lernen sie, mit ihm angemessen umzugehen? So, wie wir
damals mit Teddy und Käthe-Kruse-Puppen?
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Aus dem Bonner
Mittelalterzentrum
Hörsaal VIII
10.15 Uhr
Prof. Dr. Elke
Brüggen (Germanistik)
in Zusammenarbeit mit
Tobias Hennig, Ina Karbe, Julia Katrin Klein, Katrin Kokert, Anna-Katharina
Nachtsheim, Laila Oudray, Bettina Pracht, Janine Rüttgers
„minne ist ein
swaerez spil.“ Mittelalterliche Liebeslyrik neu gelesen
Deutsche Literatur
des Mittelalters, selbst eine so berühmte Textsorte wie der Minnesang, ist
nicht für jeden unmittelbar zugänglich: Schon die ältere Sprachstufe des
Deutschen, in der die Texte verfasst sind, stellt für
ungeschulte Interessenten eine Herausforderung dar; hinzu kommt eine mangelnde
Vertrautheit mit zentralen Konzepten und formalen Ansprüchen. In dieser
Situation sind wir als Mediävisten gefragt. Es geht darum, mit Hilfe neuer
Vermittlungsformen Wege zu beschreiten, die es erlauben,
mittelalterliche Lyrik im kulturellen Gedächtnis auch des 21. Jahrhunderts
präsent zu halten. Der expandierende Hörbuchsektor stellt in diesem Zusammenhang
eine Chance dar. Zwar fehlen uns für einen Großteil der mittelhochdeutschen
Minnelieder die Melodien, die in den Handschriften nicht notiert wurden, doch
besitzen die uns überlieferten Texte eine eigene ‚Musikalität’ der Sprache und
entfalten, laut gelesen, ihren Reiz. Um ein größeres Publikum zu erreichen,
müssen jedoch auch ansprechende Übersetzungen ins Neuhochdeutsche und
Paraphrasen mitgegeben werden. Die Veranstaltung präsentiert studentische Ergebnisse
aus zwei Übungen zu einem geplanten Hörbuch zur mittelalterlichen
Liebeslyrik.
11.15 Uhr
Dr. Peter Glasner
(Germanistik)
in Zusammenarbeit mit
Laura Becker, Christiane Edelmann, Katrin Kokert, Sebastian Volk
Sagenhafte
Rheinlandschaft –
zur Erfahrbarkeit von Literatur im Museum
Historisches und
Literarisches zählten zu den genuinen Gegenstandsbereichen von Museen, zumal
wenn diese sich wie etwa das Königswinterer Siebengebirgsmuseum als ein Fachmuseum
für Rheinromantik begreifen. Geschichte hinterlässt Exponate: Von
mittelalterlicher Rechtspraxis zeugt ein Richtschwert, von mittelalterlicher
Frömmigkeit eine „Maria lactans“. Die literarischen Gestaltungen der (Rhein-)Landschaft
lassen sich seit dem Mittelalter nachlesen. Aber welcher Museumsbesucher möchte
im Museum lange lesen? Wie können etwa sagenhafte Landschaftsüberschreibungen erfahrbar,
also auch das literarische Klangerlebnis von Literatur erlebbar gemacht werden?
Als Alternativen zu den ‚Vitrinenflachwaren‘ ausgestellter Textausgaben haben
Studierende der Mediävistik Konzepte für Autoren- und Werkvorstellungen, Hör-
und PC-Stationen entwickelt, die während des Vortrages vorgestellt werden.
12.15 Uhr
Prof. Dr. Harald
Wolter-von dem Knesebeck
(Kunstgeschichte mit
besonderer Berücksichtigung des Mittelalters)
Gott und die Welt.
Die Ebstorfer Weltkarte, das größte Weltbild des Mittelalters
Die Ebstorfer
Weltkarte, um 1300 entstanden, ist mit 3,6 Metern Höhe die größte Weltkarte des
Mittelalters. Auf Pergamentbögen angelegt, kombiniert sie die Maße eines Wandbilds
mit den Möglichkeiten eines Buches: Etwa 1500 Texte verbinden sich mit 800
Bildelementen, darunter zahlreiche Menschen, Tiere und Mischwesen. Auf
spezielle Art der Weltscheibe eingeschriebene Darstellungen Christi zeigen die
Welt in ihrem Verhältnis zu Gott. Darüber hinaus umfasst die Karte die ganze
Weltgeschichte vom Sündenfall bis zum Jüngsten Gericht. Der Vortrag stellt
dieses einmalige Weltbild vor, indem er insbesondere seine medialen Besonderheiten
analysiert.
14.15 Uhr
Prof. Dr. Rudolf
Simek (Ältere Germanistik)
Weltbilder in
Bilderwelten im Mittelalter
Das Weltbild des
Menschen ist auch geprägt von seinen Vorstellungen von seiner physischen
Umwelt, von denen besonders der endliche, in Gottes Allmacht ruhende Kosmos
sowie die zwar kugelförmige, aber unbeweglich im Zentrum dieses Universums
ruhende Erde den heutigen Konzepten sehr fern zu stehen scheinen. ‘Mappae
Mundi’ sind ferner nicht Weltkarten im heutigen Sinn, also auch nicht in erster Linie Gegenstand der Kartographie,
sondern der Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Astronomische und
kosmographische, länder- und völkerkundliche Fragen sind die Themen von Erd-
und Kosmosbildern, die hier auch von einem textfunktionalen Blickwinkel aus
betrachtet werden sollen.
15.15 Uhr
Prof. Dr. Matthias
Becher
(Mittelalterliche und
Neuere Geschichte)
Chlodwig I. und die
Entstehung des fränkischen Großreichs.
Am 27. November 2011
jährte sich der Todestag des Frankenkönigs Chlodwig I. zum 1500. Mal. Chlodwig
(481/ 82-511) schuf mit seinen Eroberungen in Gallien ein Reich, das die
dominierende Macht im westlichen Europa nach dem Untergang des weströmischen
Reiches gewesen ist. Seine Entscheidung, zur katholischen Form des Christentums
überzutreten, ist die wohl wichtigste Voraussetzung für die enge Verbindung von
weltlicher und geistlicher Gewalt, die kennzeichnend für das Mittelalter werden
sollte. Gleichwohl war er kein mittelalterlicher König, sondern seine
Herrschaft ist nur auf dem Hintergrund spätantiker Entwicklungen zu verstehen.
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Aus dem Zentrum für
Entwicklungsforschung
(ZEF)
10.00-10.30 Uhr Hörsaal
III
Priv.-Doz. Dr. Conrad
Schetter
Wissenschaftliche
Praxis. Einsichten in die Arbeit des Zentrums für Entwicklungsforschung
Forschung für
Entwicklung an der Bonner Universität
(Vortrag und Film)
10.45-11.45 Uhr
Dr. Gabi Waibel, Sven
Genschick, Hart Feuer
Was nicht im Lehrbuch
steht: Bilder und Geschichten aus der Entwicklungsforschung
Umweltverschmutzung
im Mekong Delta: auf den Spuren der
Fischproduzenten
Ökologisch in
Kambodscha? Eine Suche
12.00-12.45 Uhr
Dr. Anna-Katharina
Hornidge
Fokus Zentralasien –
neue Ansätze in der
Regionalforschung
(Vortrag und Film)
13.00-13.30 Uhr
Dr. Till Stellmacher,
Dr. Wolfram Laube
Ausbildung für
Entwicklung – Doktorandenschulen in Afrika und der Campus der „Alternativen
Nobelpreisträger“
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Ganztägig, Hörsaal XI
Ass.iur. Thomas
Weiler
(Politische
Wissenschaft und Soziologie)
Probesimulation des
Model UN Projektes
der Universität Bonn
Model UN Simulation
Die Universität nimmt
seit 1998 erfolgreich an Simulationen der Vereinten Nationen teil. Zur
Vorbereitung findet jeweils im WiSe ein Seminar statt, dazu Probesimulationen
am Dies Academicus.
10.15 Uhr, Hörsaal
VII
Prof. Dr. Frank
Decker (Politische Wissenschaft)
Noch eine Chance für
die Liberalen? Anmerkungen zur kritischen Lage der FDP
Als die Freien
Demokraten 2009 mit einem Rekordwahlergebnis von 14,6 Prozent nach elf Jahren
Opposition in die Regierung zurückkehrten, konnte niemand vorausahnen, welcher
dramatische Abstieg der Partei in den kommenden zwei Jahren bevorstehen würde.
Die FDP befindet sich heute in ihrer schlimmsten Krise seit der Neugründung der
Partei im Jahre 1948. Die Gründe dafür liegen nicht nur in den gebrochenen
Wahlversprechen, sondern reichen tiefer. Wenn die FDP die Zeichen der Zeit auf
den für sie zentralen Feldern der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik weiter
verkennt, dürfte sie im deutschen Parteiensystem keine Zukunft mehr haben.
11.15 Uhr, Hörsaal II
Prof. Dr. Klaus P.
Schneider, BAEL-Team
(Bonner Angewandte
Englische Linguistik)
„Lieber Herr
Professor“ oder doch besser „Sehr geehrter Herr Prof. Dr.“? Einblicke in die
Wahrnehmung
studentischer E-Mails
im akademischen Umfeld
Wenn Studierende
E-Mails an ihre Lehrenden verfassen, überwiegt die Unsicherheit – das fängt
schon bei der Anrede an. Wie aber werden die verschickten Mails vom Empfänger
tatsächlich wahrgenommen? Existieren einheitliche Vorstellungen über das
angemessene Bitten oder Entschuldigen per E-Mail? Diese Fragen nach der
Wahrnehmung der Angemessenheit studentischer E-Mails sind ein Teilaspekt des
Projekts „Emerging E-Mail Etiquette“ (EEE) des Bonner Lehrstuhls
für Angewandte
Englische Sprachwissenschaft (BAEL). Basierend auf studentischen Beispielmails
wurde eine Umfrage durchgeführt, um die Frage der Angemessenheit nicht nur aus
der Forscherperspektive zu betrachten,
sondern auch die „Laienperspektive“ von Empfängern und Verfassern von E-Mails einzubeziehen. Das
BAEL-Team gibt eine Einführung in den bisherigen Verlauf des EEE-Projekts und
präsentiert erste Ergebnisse aus der aktuellen Umfrage.
11.15 Uhr, Hörsaal IX
Prof. Dr. Anne-Marie
Bonnet (Kunstgeschichte)
Marilyn Monroe eine
Ikone?
Marilyn Monroe wurde
sowohl als ‚Sex Symbol’ wie auch als ‚Ikone’ verehrt und verschrien, welchen
Anteil hatten die Medien und/oder die bildenden Künste an der ‚Image’-Bildung Marilyns?
12.15 Uhr (2-stdg.),
Hörsaal II
Dr. Katrin Bauer u.
Andrea Graf M.A.
Gotteshäuser zu
verkaufen – Gemeindefusionen, Kirchenschließungen und Kirchenumnutzungen (Vortrag,
Dokumentarfilm, Diskussion)
Beide großen Kirchen
befinden sich aktuell in einem dramatischen Umformungsprozess: Demographischer
Wandel, vermehrte Kirchenaustritte und Abnahme der Neueintritte führen zu einem
massiven Rückgang der Kirchensteuereinnahmen. Folge ist, dass zahlreiche
Gotteshäuser zur Disposition stehen und verkauft oder verpachtet werden. Steht eine
solche Schließung an, formiert sich schnell Protest: Gemeindemitglieder trauern
um ihre soziale Heimat, Denkmalpfleger warnen vor dem Verlust und auch die
Kirchen selbst legen strenge Richtlinien an mögliche Nachnutzer an. Trotz
voranschreitender Entkirchlichung bewegt die Aufgabe von Gotteshäusern die
Menschen. Offenbar sind Kirchen mehr als architektonische Denkmäler und
christliche Versammlungsstätten. Es wird ein volkskundlicher Dokumentarfilm gezeigt,
der in Zusammenarbeit mit der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, dem
Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie Münster und dem VWL-Medienzentrum entstanden ist. Dr. Katrin
Bauer, Autorin des Buches “Gotteshäuser zu verkaufen. Gemeindefusionen, Kirchenschließungen
und Kirchenumnutzungen” und wissenschaftliche
Mitarbeiterin der
Abt. Kulturanthropologie/Volkskunde Bonn, führt gemeinsam mit Andrea Graf, M.A.,
in den Film ein und steht für die anschließende Diskussion zur Verfügung.
15.15 Uhr, Hörsaal IV
Dr. Imke Lichterfeld,
Prof. Dr. Uwe Baumann (Anglistik)
Anonymus, William
Shakespeare, das Elisabethanische Theater und die Verfasserschaftsfrage
Noch bevor der Film
„Anonymus“ (2011) von Roland Emmerich seine Deutschlandpremiere feierte,
erregte er eine
erstaunlich große mediale Aufmerksamkeit, wie etliche Auftritte in Talk-Shows, Internet-Interviews und zahlreiche Artikel des
Feuilletons dokumentieren. Was diese besondere Aufmerksamkeit provoziert, ist
interessanterweise die keinesfalls neue These, Edward de Vere, 17. Earl of
Oxford, sei der wahre Autor der Werke William Shakespeares. Wie sieht es mit
den immer wieder als Beweise angeführten
– in erstaunlichem kulturhistorischen Nichtwissen gründenden – „Indizien“ für
diese These aus? Der Vortrag soll u. a. die Fragen beantworten, ob eine solche These
vielleicht an Plausibilität gewinnt, wenn sie filmisch narrativ überzeugend
umgesetzt wird und ob sich die Wirkung des Films in der cineastischen
Präsentation einer nicht uninteressanten fiktionalen, spannenden und unterhaltsamen Geschichte
erschöpft.
16.15 Uhr, Hörsaal II
Prof. Dr. Veronika
Veit (Mongolistik und Tibetstudien)
„Chinggis Khan
und/oder Seltene Erden?“
Rolle und Aufgabe der
Mongolistik als Fachdisziplin
Im Jahre 2011 fiel
die Entscheidung der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn, die Mongolistik
als eigene Fachdisziplin - nach nahezu 60 Jahren international renommierter Forschung
und Lehre - nicht fortzuführen. Was hat dieses Fach, gerade auch in der
heutigen Zeit, nichtsdestoweniger anzubieten? Der Vortrag weist auf die
Bandbreite der Möglichkeiten hin, die von der historischen Vernetzung des
Mongolischen Weltreichs im 13. und 14. Jahrhundert und seiner Kultur bis zu
Fragen der internationalen strategischen wie ökonomischen Bedeutung der Mongolischen
Republik unserer Tage reicht.
17.15 Uhr, Hörsaal V
Dr. Judith Visser
(Romanische
Philologie/Sprachwissenschaft, Antrittsvorlesung)
„El mundo está
despertando y por todos lados insurgimos los pueblos“:
Die Rhetorik des
Neopopulismus
In Amerika haben seit
den 90er Jahren in zahlreichen Ländern Parteien und Personen die Macht
ergriffen, die in politikwissenschaftlichen Studien mit dem – unzureichend
definierten – Stichwort Neopopulismus etikettiert werden. Unter besonderer Berücksichtigung
der Länder Venezuela (Hugo Chávez), Bolivien (Evo Morales), Chile (Michelle
Bachelet) und Brasilien (Luiz Inácio ‘Lula’ da Silva) wird die Sprachverwendung
ausgewählter Politiker untersucht, die häufig als Neopopulisten eingestuft
werden. Gezeigt werden soll, ob dem politischen Etikett ein spezifischer Sprachgebrauch
zugeordnet werden kann und ob aus sprachwissenschaftlicher Sicht bei den vier
genannten Personen eine
Charakterisierung als
neopopulistisch gerechtfertigt ist.
16.15 Uhr, Hörsaal IV
Priv.-Doz. Dr. Thomas
Fechner-Smarsly (Skandinavistik)
Der Lyriker Tomas
Tranströmer: Der Versuch, mir und anderen den diesjährigen Nobelpreisträger zu
erklären
Der schwedische
Lyriker Tomas Tranströmer hat nur ein schmales Werk verfasst: 300 Seiten in 50
Jahren. Was seine Gedichte auszeichnet, versucht diese Vorlesung
herauszuarbeiten.
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Aus dem Bonner
Asienzentrum (BAZ)
Hörsaal III
14.00-15.00 Uhr
Priv.Doz. Dr. Conrad
Schetter
Kompetenznetzwerk „Crossroads
Asia“.
Ein neuer Ansatz der
Regionalforschung.
15.00-16.00 Uhr
Dr. Bekim Agai
Nachwuchsforschergruppe
„Europa von außen gesehen“:
Befremdliche Heimat
und heimatliche Fremde – Das
Osmanischen Reich und
Europa um die Jahrhundertwende
in den Reiseberichten
des Jungtürken Sherafeddin Majmumi.
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Vortragsreihe des
Centre for the
Classical Tradition
Hörsaal IX
16.15 Uhr
Dr. Joachim Harst
(Komparatistik)
Mit gespaltener
Zunge: Martin Opitz’ Antigone-Übersetzung
Der Beitrag stellt
die Antigone-Übersetzung von Martin Opitz als wichtiges Moment zur Ausbildung
einer deutschen Literatursprache und der Form des Trauerspiels vor. Besonderes Augenmerk
liegt daher auf den sprachlichen und formalen Modifikationen, die durch den Übersetzungsprozeß
angeregt werden, und die einige Unterschiede zwischen griechischer Tragödie und
barockem Trauerspiel erklären können.
17.15 Uhr
Prof. Dr. Christian
Moser (Vergleichende Literaturwissenschaft)
Von der
philosophischen zur ästhetischen
Konversion: Marc
Aurel – Augustinus – Petrarca
Der Vortrag versucht
sich an einer Komparatistik der Konversionen – einem Strukturvergleich zwischen
paradigmatischen Varianten der philosophischen, religiösen und ‚ästhetischen’ Bekehrung.
Es wird zu erörtern sein, wie die Konversion im Spannungsfeld von antiker
Selbstsorge und christlicher Selbsthermeneutik zu einem privilegierten (auto-)biographischen
Schema avanciert, das die Formen der abendländischen Selbstdarstellung bis weit
in die Neuzeit hinein bestimmt. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei der Gestalt
des Francesco Petrarca gewidmet werden: Petrarca, so meine These, erzeugt an
der Schwelle zur Neuzeit eine paradoxe Verknüpfung zwischen der stoizistischen
Variante der philosophischen Bekehrung und dem augustinischen Muster der
conversio, um ein dezidiert ästhetisches Selbstverhältnis zu begründen.