Landeskunde für Fortgeschrittene

Beschreibung
Course Level according to the "Common European Framework of Reference for Languages" (CEF) of the Council of Europe: B2, C1

Bitte klicken sie auf die Kurslevel (A1, A2, B1, B2, C1, C2) für eine Beschreibung der Anforderungen.
Schwerpunkte bilden die Informationsvermittlung und die Hinführung zu selbständigem wissenschaftlichem Arbeiten sowie die Diskussion aktueller Ereignisse und Problemstellungen.

"Landes- und Kulturkunde" geht von einem multidisziplinären Ansatz aus; analog zu einem interdependenten Kulturmodell wird versucht, Fragen aus Geschichte und Politik, Alltagskultur und Literatur, Sozialwissenschaft und Geographie u.a. gleichwertig zu behandeln. Da sich die Lernergruppe im Land selbst aufhält, kann der Schwerpunkt des Unterrichts von der medialen Vermittlung auf die unmittelbare Erfahrbarkeit landeskundlicher Besonderheiten gelenkt werden.



Lernziele

Inhaltliche Lernziele

a) Informationsbezogene Landeskunde zur Vermittlung von Kenntnissen:
Den Studenten soll durch diese Veranstaltung eine solide Basis der die deutsche Geschichte, Gesellschaft und Befindlichkeit konstituierenden Elemente vermittelt werden. Die kognitive Ansprache überwiegt.

b) Handlungsbezogene Landeskunde zur Vermittlung von Fertigkeiten:
Die Studenten sollen durch die Arbeit mit authentischen Quellen ( z.B. Statistiken, Zeitungstexten) wissenschaftliches Interpretieren lernen. Des weiteren erfordert die Erstellung eine Referates zu einer Themeneinheit weitgehend unabhängiges wissenschaftliches Forschen, Konzipieren und Präsentieren. Der kognitive und affektive Bereich werden hierbei angesprochen.


Affektive Lernziele

a) Das Anstreben von Haltungen
Das emotional positive Interesse an der Zielgesellschaft, das besonders in den ersten Monaten durch Phasen der Irritation oder Frustration gestört werden kann, soll geweckt und stabilisiert werden. Einstellungen wie Unvoreingenommenheit ( z.B. durch Bewusst machen oder Falsifizieren von Stereotypen), Toleranz und Kommunikationsbereitschaft( z.B. durch Diskussion bei der Informationssuche oder bei Interviews) sollen gefördert werden.



Lehrinhalte

Im folgenden werden mögliche Lehrinhalte aufgeführt, aus denen je nach Interessenlage und eventuell Einfluss durch aktuelle, landeskundlich relevante Entwicklungen, ausgewählt werden kann:
  • Was ist Landeskunde - Definition der Begriffe Kultur und Nation - Diskussion eines Kulturmodells
  • Institutionenkunde - Bundesrat - Bundestag - Wahlen und Parteien (kontrastiv)
  • Geographisches - Ausfüllen einer Landkarte anhand einer Grobskizze
  • Kurzreferate zu 2 neuen / alten Bundesländern mit Schwerpunkt Geopolitik / Industrie
  • Sozialstaat Deutschland Leistungen, Pflichten und Probleme - Statistikinterpretation
  • Referat zum Thema Sozialstaat - Informationsbeschaffung beim Arbeitsamt oder Ministerium
  • Kunst in Deutschland - Exkursion zur Kunstmesse "Art Cologne" - Besuch einer Bonner Galerie oder eines Kunstmuseums
  • Referate zu klassischen Epochen der Architektur und Musik (z.B. Romanik, Beethoven, Schumann)
  • Feste und Bräuche in Deutschland - Schwerpunkt Rheinland - mit audiovisuellen Medien
  • Museumslandschaft in Deutschland - Tendenz zum Regionalismus -Besuch des Rheinischen Landesmuseums oder des Stadtmuseums Siegburg
  • Deutsche Kulturpolitik im Ausland - Geschichte und aktuelle Situation - Referate zu den Mittlern Goethe-Institut, Auswärtiges Amt, Inter Nationes
  • Ausländer in Deutschland - Referate zu allgemeinen Gruppen und Studenten im besonderen
  • Umweltschutz in Deutschland - Gesetze und Verstöße - Bürgerbefragung zum individuellen Bewusstsein
  • Analyse von Textbeispielen des 19. und 20. Jahrhunderts, die die "typische" Befindlichkeit der verschiedenen Jahrhunderte / Jahrzehnte zeigen - Fontane, Th. Mann, Tucholsky, Grass, Böll, Walser
  • Frauen(emanzipation) - Referat zur Entwicklung der Frauenbewegung im 19. und 20. Jahrhundert
  • Vorstellen einer Frauenbeauftragten der Stadt oder der Universität - persönliche Diskussion mit der Gruppe
  • Freizeitverhalten - Vereine - als Beispiel einen Karnevals- oder Fußballclub - Daten von Bibliotheken Theater
  • Deutschlandbild im Fernsehen - Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk - Serienkultur - Videobeispiele
  • Wiedervereinigung - Geschichte und Probleme anhand von Zeitungstexten oder Filmen
  • Städteporträts - föderalistische Tradition - Unterschiede Ost- und Westdeutschland
  • Politikerporträt - Schröder, Kohl, Brandt, Adenauer o.a. - visuelle Unterstützung
  • Rolle der Gewerkschaften - Firmengeschichte anhand eines Beispiels (Bayer Leverkusen)
  • Firmenbesichtigung- Bayer Leverkusen o.ä.
  • Deutscher Humor - Filmausschnitte deutscher Komiker - Textauszüge z.B. der "Süddeutschen Zeitung"
  • die Deutschen und ihr Verhältnis zum Tier - Materialien des "Tierschutzbundes" in Bonn - Alltagserfahrungen
  • Stereotypendiskussion - Erfahrungsbericht über den Jahresaufenthalt - Zusammenfassung


Methodik

  • Präsentation von authentischem Textmaterial ( z.B. Zeitungstexte, Wahlprogramme, Literatur) zur Arbeit im Plenum oder in der Gruppe - Vorstellen und Zusammenführen der Einzelergebnisse im Plenum.
  • Präsentation von audiovisuellen Materialien (didaktisiert oder authentisch) zur Unterstützung oder mit der Aufgabe einer durch Fragen geleiteten Interpretation im Plenum.
  • Erstellen und Präsentieren eines Referats in Einzelleistung - bei umfangreicheren Themen wie z.B. "Umweltschutz" in Partnerarbeit. Konzeption und eventuelle Arbeitsaufteilung werden mit der Dozentin abgesprochen und ein Thesenpapier wird eingereicht.
Die Präsentation erfolgt in Einzelleistung unter Einsatz der inhaltlich passenden Medien (z.B. Dias, Folien).



Lernerfolgskontrolle

Die Endnote setzt sich aus mindestens 4 Einzelnoten zusammen. Bewertet werden:
  • die mündliche Mitarbeit / Anwesenheit
  • ein angekündigter Zwischentest
  • inhaltliche und methodische Qualität des Referats
  • ein angekündigter Abschlusstest
In das Kriterium "mündliche Mitarbeit" kann noch die Note für einen nicht angekündigten Zwischentest einfließen.
Kann-Beschreibung B2:

Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.


Kann-Beschreibung C1:

Kann ein breites Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. Kann sich spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Kann die Sprache im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel gebrauchen. Kann sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten äußern und dabei verschiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen verwenden.
Reference Level B2:

Can understand the main ideas of complex text on both concrete and abstract topics, including technical discussions in his/her field of specialisation. Can interact with a degree of fluency and spontaneity that makes regular interaction with native speakers quite possible without strain for either party. Can produce clear, detailed text on a wide range of subjects and explain a viewpoint on a topical issue giving the advantages and disadvantages of various options.



Reference Level C1:

Can understand a wide range of demanding, longer texts, and recognise implicit meaning. Can express him/herself fluently and spontaneously without much obvious searching for expressions. Can use language flexibly and effectively for social, academic and professional purposes. Can produce clear, well-structured, detailed text on complex subjects, showing controlled use of organisational patterns, connectors and cohesive devices.

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